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Montag, 04 September 2017 21:41

Zum Doppel-Master nach Schweden

Am Ende meines Bachelorstudiums war für mich klar, dass ich gerne für eine bestimmte Zeit im Ausland studieren möchte. Über meine Fakultät habe ich von der Möglichkeit eines Doppel-Masters erfahren, bei dem man anderthalb Jahre an einer Partneruniversität studiert. Bei mir fiel die Wahl wegen der spannenden Fachrichtung Electrophysics und weil mir das Land und die nordische Mentalität sehr sympathisch waren auf die KTH Stockholm. 

Sonntag, 03 September 2017 11:54

EIN AUSLANDSSEMESTER IN SINGAPUR!

Fast 18 Stunden nachdem die A380 der Emirates den Flughafen Düsseldorf verlassen hat, landet Flug EK 354 – nach einem nächtlichen Zwischenstopp in Dubai – bei sonnigen 32°C Außentemperatur und immenser Luftfeuchtigkeit am Changi Airport in Singapur. Es ist der Startschuss für mein Semester an der National University of Singapore (NUS), der größten und renommiertesten Universität des knapp 5,5 Mio. Einwohner zählenden Stadtstaates in Südostasien, nur unwesentlich nördlich des Äquators an der Südspitze der Malaiischen Halbinsel gelegen. Annähernd fünf Monate werde ich hier verbringen und einen mir bisher unbekannten Teil der Erde kennen – und gewisser Weise auch lieben – lernen. 

Schon unmittelbar nach der Landung beim Passieren des Flughafens und der Fahrt durch akkurat angelegte, alleenartige Straßenbepflanzung ist unübersehbar, dass Singapur zu den wohlhabendsten Nationen Asiens zählt. Der Aufstieg von einem Schwellenland zur Industrienation als sicheres Finanz- und Handelszentrum vollzog sich in einer Geschwindigkeit, die weltweit ihresgleichen sucht: allein das BIP pro Kopf hat sich in den letzten 50 Jahren verhundertfacht.

Trotz – oder gerade wegen – dieses rasanten Aufstiegs halten sich über Singapur eine Vielzahl an Vorurteilen, mit denen ich im Vorfeld meiner Reise konfrontiert wurde: Singapur sei ein Überwachungsstaat und keine echte Demokratie; es herrschen viele Verbote und strenge Gesetze; Singapur ist die sauberste, aber auch teuerste Stadt der Welt. Dank mehrerer Monate in diesem Stadtstaat hatte ich jedoch die Chance, durch persönliche Eindrücke eine differenziertere Sicht auf derartige Dinge zu erlangen. Wie zu erwarten existieren auch hier immer zwei Seiten der Medaille: Hohe Wohnungsmieten stehen günstigen Straßenrestaurants mit Mahlzeiten für 3€ gegenüber. Jeder Winkel wird mit Kameras erfasst, Polizisten begegnet man hingegen fast nie - ich habe mich an kaum einem Ort der Welt so sicher gefühlt wie in Singapur, wo die Menschen ihren Sitzplatz im öffentlichen Hawker Center mit Handys oder Portemonnaies reservieren, während sie sich Essen holen.

Allgegenwärtig ist die sprachliche und kulinarische Diversität, das multikulturelle, friedliche Zusammenleben. Singapur ist ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Ethnien – vor allem Chinesen, Malaysiern und Indern – und bietet doch gleichzeitig bei einem sehr hohen Lebensstandard nahezu alle Annehmlichkeiten, auf die der Europäer oder Nordamerikaner wertlegen würde. Verglichen mit den mit Zweirädern überladenen Straßen Vietnams, den sehr einfachen und dreckigen Dörfern Indonesiens oder den vor Menschen überquellenden Städten Indiens, im Grunde mit allen Orten, die ich während meiner Reisen besuchen durfte, ist Singapur eben doch ein ganz anderes Asien.

Ein Semester in Singapur kann ich uneingeschränkt jedem empfehlen. Besonders für den ersten längeren Aufenthalt in Asien fällt der Kulturschock eher mild aus, da der Stadtstaat genug Abwechslung und einen hohen Lebensstandard bietet. Vor allem aber ist die NUS auf dem besten Wege, das Harvard Asiens zu werden, sodass auch dem akademischen Erfolg nichts im Wege steht.

Christoph (26), studierte Maschinenbau an der RWTH Aachen

Sonntag, 20 August 2017 11:52

FÜR DIE MASTERARBEIT NACH PAKISTAN

Meine Mutter war nicht gerade begeistert, als ich ihr erzählte, dass ich für meine Masterarbeit nach Pakistan gehen würde. Trotz aller Warnungen und gut gemeinten Ratschläge bin ich trotzdem nach Pakistan gegangen, um hier Daten zu erheben und zu sammeln, die ich für meine Masterarbeit benötige. Ich werde ein Grundwassermodell erstellen und damit die Auswirkungen verschiedener Bewässerungspraktiken sowie klimatischer Zukunftsszenarien auf den Grundwasserkörper untersuchen. Die Arbeit ist Teil des InoCottonGROW Forschungsprojektes, welches sich mit der Reduktion des Wasserfußabdrucks von Baumwollprodukten über die gesamte Wertschöpfungskette beschäftigt.

Meine Unterkunft kostet schlappe 25$ die Nacht, eigentlich ziemlich überteuert aber dafür haben wir eine Klimaanlage und 24 Stunden am Tag Security Guards im Flur sitzen. Das ist praktisch, denn ohne die darf man nämlich nicht aus dem Haus - Sicherheitsvorschrift. Wenn man mal vom Campus möchte, muss man allerdings vorher die Polizeieskorte bestellen, die besteht aus vier Mann, vollbewaffnet, in einem Polizeijeep. Die Jungs sind aber nett drauf und mit Sirene kommt man schneller durch den dichten Verkehr.

Die Menschen hier sind generell sehr herzlich und hilfsbereit. Der Professor, der mich betreut, hat mir einen Platz direkt in seinem Büro zur Verfügung gestellt. Mit ihm war ich auch schon einige Ministerien und Institute besuchen. Meistens kannte er die Vorsitzenden oder zumindest hohe Angestellte dort und konnte mir so Zugang zu jeder Menge wertvoller Daten beschaffen. Es waren fast alle ehemalige Studenten von ihm. Die grundsätzliche Arbeitsweise in Pakistan unterscheidet sich jedoch enorm von der in Deutschland. Jeder ist zwar den ganzen Tag am “arbeiten”, allerdings wird davon ein Großteil mit Tee Trinken und quatschen zugebracht, sodass die meisten auch Sonntags kommen, weil sie sonst ihr Programm nicht schaffen würden.

Bevor man nach Pakistan geht, sollte man ungefähr wissen, worauf man sich einlässt. Aber wenn man darauf Lust hat, ist es wirklich ein lebendiges Land mit unglaublich netten Menschen, das unter einer sehr verzerrten Außenwahrnehmung leidet. Es ist immer viel Wert, sich ein eigenes Bild zu machen, oft wird man positiv überrascht!

Lennart (25), studiert Umweltingenieurwissenschaften an der RWTH Aachen

Im Herbst 2016 ging es für mich los und ich flog nach Boston, um dort im Rahmen meiner Masterarbeit einen halbjährigen Forschungsaufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu verbringen. Die folgenden sieben Monate waren geprägt von vielerlei spannenden Erlebnissen. 

Auf fachlicher Seite habe ich ein Modell zur Messung und Analyse der Leistungsfähigkeit von Produktentwicklungsteams entwickelt und wurde dabei intensiv von meiner Gastuniversität betreut. In meinem Umfeld waren die Forschungsgruppen sehr stark miteinander verwoben und haben ihre Projekte gemeinsam in interdisziplinären Teams durchgeführt, was ich sehr spannend fand. Bemerkenswert war für mich auch die enge, persönliche Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Professoren. Regelmäßig fanden Besprechungsrunden, Präsentationen oder andere Events statt, an denen sich alle Mitglieder der Forschungsgemeinde trafen und austauschten. Zudem schätzte ich an der Universität ihre offene und herzliche Kultur. Jeder war Teil der „MIT-Familie“. Ergab sich eine Frage oder ein Problem, hatte man schnell eine hilfsbereite Person zur Hand. Und traf man irgendwo auf ein interessantes Labor oder Projekt, nahm sich die Person gegenüber – egal ob Student, Post-Doc oder Professor – stets ausgiebig Zeit, um dem Anderen seine Forschung näherzubringen und Fragen zu beantworten. 

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Abseits der Universität, ließen die damaligen Ereignisse keinen Platz zur Langeweile. Ich reiste in der heißen Phase des Wahlkampfes zur Präsidentschaft an und verfolgte ihn hautnah in den darauffolgenden Wochen. Eines der größten und auch emotionalsten Highlights war es für mich, den Wahlausgang im Hause der Demokraten mitzuverfolgen. Außerdem schafften es die New England Patriots, den Super Bowl nach unglaublich hohem Rückstand doch noch sensationell zu gewinnen und sorgten dafür, dass ich anschließend in den Straßen Bostons ähnliche Zustände wie beim Sieg des Fußball WM Finals 2014 in Deutschland erlebte. Komplettiert wurden die tollen Erlebnisse durch Ausflüge in die Natur und andere amerikanische Städte, sodass ich auf ein rundum gelungenes Auslandssemester zurückblicke. 

An dieser Stelle gilt es der Stiftung meinen Dank für die Unterstützung auszusprechen, die mir diese unvergesslichen Erlebnisse ermöglicht hat.

Sven (25), studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der RWTH Aachen